Im Portrait: Klaudia von Klitzeglück

Sie ist Klaudia mit K.
So speziell wie ihr Name, ist auch die super-sympathische Power-Frau hinter dem Label Klitzeglück.
Ich durfte Klaudia im Interview noch ein bisschen besser kennenlernen.

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Klaudia ist in der Näh-Community keine Unbekannte. Wer sich ein bisschen in Sozialen Netzwerken bewegt, ihr ihrem Label Klitzeglück sicher schon begegnet oder ist an einem ihrer fantastischen Nähwerke hängen geblieben. Ich durfte Klaudia in einigen Probenähen und auch in der GlückpunktWG noch ein klein wenig besser kennenlernen. Zeit, dass auch ihr einen kleinen Einblick in die (Näh-)Welt dieser Künstlerin bekommt. Ich habe Klaudia zu einem kleinen Plauderstündchen gebeten.

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Liebe Klaudia, wie ist es eigentlich, Klaudia mit K zu sein? 

Anstrengend. Ich kann nicht zählen, wie oft ich meinen Namen schon erklären oder buchstabieren musste. Mit meiner Hochzeit habe ich wenigstens einen unmissverständlichen Nachnamen dazu bekommen. Für unsere Kinder haben wir uns Namen ausgesucht, die garantiert keiner missverstehen kann. Ich hoffe sie werden es uns eines Tages danken. ☺

Wann hast du das bloggen für dich entdeckt? 

Ich bin der klassische Muddiblogger. Alles fing an, als mein Großer ein Baby war. Ich hab mir auf DaWanda die Nase an der virtuellen Schaufensterscheibe plattgedrückt und beschlossen, dass das alles ja nicht so schwer sein kann. Also habe ich mir die Nächte an der Nähmaschine um die Ohren geschlagen und vor ziemlich genau fünf Jahren die Facebookseite gegründet, um meinen Freunden nicht auf die Nerven zu gehen.

Du bist Bloggerin und DIY-Queen? Mama und Ehefrau? Wie bekommst du alles unter einen Hut?



Mama und Ehefrau ja, als ‚echte‘ Bloggerin und DIY-Queen sehe ich mich gar nicht. Eher so eine angeheiratete royale Verwandtschaft, die in der Yellow Press schon mal unangenehm auffällt. 
Ich mache halt einfach drauflos und freue mich, wenn andere sich mitfreuen an den Dingen, die ich gestalte. Und meistens bekomme ich das gar nicht alles unter einen Hut und hechle hinter meinen Nähkolleginnen oder dem Haushalt hinterher. Was ich allerdings gelernt habe ist, dass man als Mama und Ehefrau nur dann alles mit Freude wuppen kann, wenn man sich kleine Inseln für sich alleine schafft. Solch eine Insel ist mein Kämmerle im Keller, wo ich mit meinen Händen Dinge erschaffe und mir nebenher Hörbücher vorlesen lasse.

Was ist das Geheimnis hinter deinen zauberhaften Fotos? Gibt es einen guten Geist hinter den Kulissen?



Bei meinen Fotos ist mir wichtig, dass sie klar, hell und freundlich sind. Auch da mache ich einfach drauflos und hoffe, dass es so wird wie ich mir das vorstelle und die gelernten unter uns nicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. 

Mein guter Geist ist mein Selbstauslöser. Es fällt mir bis heute unheimlich schwer, mich vor anderen Leuten vor die Kamera zu stellen. Ich finde das ziemlich peinlich. Lieber werfe ich mich vor meine geliebte weiße Wand und knipse selbst. Ich weiß ja auch am besten, was ich gerne in den Vordergrund rücken möchte und habe meistens beim Nähen schon gewisse Bilder im Kopf, die ich selbst am besten umsetzen kann.

Wenn du dir einen Lieblingsstoff aussuchen dürftest: Welche Qualität, welche Farbe und welches Muster (oder doch uni) würdest du wählen?

Oh das ist eine sehr schwere Frage. Ich kann mich bei Stoffen überhaupt nicht festlegen, was mir einen ganz ordentlichen Fundus eingebracht hat. Ich liebe schlichte Stoffe, gedeckte Farben und dezente Muster, schaue dabei immer öfter auch auf die Nachhaltigkeit und Qualität. Aktuell habe ich zum ersten Mal Tencel unter der Nähmaschine und bin ganz begeistert, nicht nur von der Haptik, sondern auch von der Umweltfreundlichkeit des Stoffes.

Welches Schnittmuster willst du nie wieder missen?



Ich liebe das Nähen gerade deswegen, weil man sich wirklich alles schneidern kann, was einem so in den Sinn kommt. Ich fände es wahnsinnig langweilig ein und denselben Schnitt hoch und runter zu nähen und habe mich auch bis jetzt noch nicht auf einen Stil festlegen können. Mal mag ich es ladylike, mal lässig und sportlich. Was ich aber liebe sind gut sitzende Basics wie zum Beispiel die Große Anna von Himmelblau und – recht neu entdeckt aber schon ein Liebling – tatsächlich deine DestinY. Bequem und schick zugleich, das mag ich sehr gerne.

Kürzlich hat sich deine Frisur radikal verändert. Man sagt ja, Frauen haben dazu einen Grund. Gibt es einen, den du meinen Leserinnen verraten möchtest?

Ich habe öfter mal so Flausen im Kopf und mache spontan verrückte Dinge. Da gehe ich zum Spitzen schneiden zum Friseur und komme zum Beispiel rosa mit Pony wieder raus. Kurze Haare hatte ich vor Jahren schon einmal und ich fand die eigentlich echt lustig. Da zeigt sich so ein bisschen mein ganzes Wesen. Viel aus dem Bauch heraus, nicht immer überlegt, aber immer mit Begeisterung.

Woher nimmst du deine Inspiration?



Ich weiß es ehrlich gesagt gar nicht genau. Ich gehe so gut wie nie bummeln und schaue auch nicht viel fern. Natürlich sieht man bei den Nähkolleginnen öfter Dinge, die man unbedingt auch ausprobieren muss, aber meistens steht bei mir am Anfang entweder ein Schnitt oder ein Stoff fest und der Rest entsteht spontan drumherum. Dann schaue ich, was ich Passendes da habe, und mache einfach drauflos. Wichtig ist mir dabei nur, dass es nicht schon von weitem schreit ‚Hallo, ich wurde selbst genäht‘.

Mit welcher Person würdest du gerne einmal einen Nachmittag verbringen? Warum?

Mit Hape Kerkeling, weil ich ihn für einen sehr witzigen und gebildeten Menschen halte. Ich denke das wäre bestimmt lustig und eine Bereicherung. 
Falls Hape gerade anderweitig beschäftigt ist nehme ich auch diesen einen Schauspieler mit dem Vollbart und den Tattoos von dieser Wikingerserie. Da bin ich flexibel.

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Hast du eine Botschaft, die du meinen Leserinnen und allen Nähbienchen da draußen mit auf den Weg geben möchtest?

Lasst euch nicht von Algorithmen, Termindruck und Zwistigkeiten in der Nähwelt die Freude verderben. Tut das was ihr tut gerne und nehmt euch Zeit dafür. Und ganz wichtig – versucht nicht den Leuten zu gefallen sondern näht so, dass ihr im täglichen Leben Spaß an eurer Arbeit habt. Dann sind nämlich auch Reichweite und Likes egal.

Liebe Klaudia, ich danke dir von Herzen, dass du dir die Zeit genommen hast, um uns allen diesen persönlichen Einblick zu geben. Ich bin Fan von dir. Deine Nähstücke sprechen allesamt eine ganz besondere Sprache. Auf alle gemeinsamen Nähmomente, die da noch kommen, freue ich mich jetzt schon!

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Hier könnt ihr Klaudia besuchen

Facebook: https://www.facebook.com/klitzeglueck/
Blog: https://klitzeglueck.wordpress.com/
Instagram: https://www.instagram.com/klitzeglueck/

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Verfasst von

Schreibmädchen mit Hang zu Gefühlen. Autorin. Wortfee. Dramaturgin. Tänzerin.

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